Viertausender der Alpen

Die Viertausender der Alpen
meine4000er Home Listen Gipfel Literatur Login


      <<    <        >    >>
  1 Beitrag Beitrag (bebildert) hinzufügen     2 Bilder Einzelbild hinzufügen  
  Aletschhorn (Westnordwestgrat-Kuppe) (4071 m)  
  Berner Alpen  
Normalweg(e) Nordostgrat  
Schwierigkeit WS+
Ausgangspunkt Mittelaletschbiwak (3013 m)
Talort Fiesch (1049 m)
Führer Hochtouren Berner Alpen  
Ueli Mosimann

Berner Alpen  
Werner Munter, Margrit Munter

Guide des Alpes bernoises  
Ueli Mosimann

Bernese Oberland  
Les Swindin
 
Karte(n) SLK 5004
Zusammensetzung Berner Oberland
Landeskarte der Schweiz, 1:50000

SLK 1249
Finsteraarhorn
Landeskarte der Schweiz, 1:25000
Beiträge Aletschhorn über Mittelaletschbiwak (25. 7. 2004)

Die Aletschhorn-Besteigung über Mittelaletschbiwak und Nordostgrat gehört zu den leichten Touren auf einen Alpen-Viertausender. Nichtsdestotrotz erfordert sie Erfahrung im hochalpinen Gelände und eine gehörige Portion Ausdauer, denn die Route verläuft weglos durch einsames Gelände, über ernsthafte Gletscher, schmale Grate und eine ganze Strecke lang! So ist es auch keine Schande, wenn der Aufstieg durch Benutzung der Seilbahn von Fiesch (1049 m) zur Fiescheralp (2212 m) verkürzt wird. Die Wegweiser an der Bergstation weisen auf eine weitere Abkürzungsmöglichkeit hin, den Tunnel von Obers Tälli zur Gletscherstube am Vordersee. Der etwa 1 km lange, beleuchtete Weg unter dem Tälligrat hindurch spart einige Höhenmeter. Am Märjelesee öffnet sich das Panorama auf den längsten Eisstrom der Alpen, den Aletschgletscher. Der Wanderweg wird stromabwärts verfolgt bis etwa bei P. 2358 (vor Roti Chumma) weglos zum Gletscher hinabgestiegen werden kann.


Nebel auf dem Aletschgletscher bietet keine gute Voraussetzung für eine optimale Wegfindung

Auf dem Aletschgletscher gilt es nun in nordwestliche Richtung einen möglichst kraftsparenden Wegverlauf zu erwischen, was sich bei Nebel als schwer herausstellen kann. Nur zu leicht verfolgt man dann Tälchen im Eis, die einen prompt in eine Bruchzone leiten. Hier ist also konsequent die Richtung einzuhalten und so geht es dann auch am leichtesten. Noch vor wenigen Jahren floss der Mittelaletschgletscher, der im weiteren Routenverlauf zu begehen ist, in den Aletschgletscher. Mittlerweile hat sich der Gletscher aus dem Hochtal um einige Hundert Meter zurückgezogen. Das hinterlassene Gelände ist unangenehm. Es hat sich jedoch in den vergangenen Jahren ein mit Steinmännern markierter Weg herausgebildet, der im Schutt auf der orographisch linken Seite bis zu einigen gletschergeschliffenen Platten leitet. Die Reibung auf den Felsen ist gut. Über ein horizontales, kristallines Band kann eine Steilstufe in Aufstiegsrichtung links umgangen werden. Nun geht es auf den schuttbedeckten Gletscher, der teils mühsam bis in die Nähe des Mittelaletschbiwaks begangen wird.


Mittelaletschbiwak (oben rechts) von unterhalb P. 2791

Das Biwak wird über den nun aufsteilenden Gletscher in einem großen Linksbogen so erreicht, dass die Bruchzone, rechts liegen gelassen wird. Hier eine Abkürzung zu suchen ist wenig sinnvoll, da die Spalten schnell ein kaum überwindbares Labyrinth bilden. Vom Hörensagen ist ferner bekannt, dass das Mittelaletschbiwak auch durch Verlassen des Gletschers in der Nähe von P. 2791 und direkten Aufstieg erreicht werden kann, eine wohl mitunter nasse Unternehmung. Das Biwak (3013 m) ist eine schöne Holzhütte im Rundbau und bietet im Maximalfall ca. einem Dutzend Aletschhorn-Aspiranten Platz. Am nächsten Tag ist ein sehr frühzeitiger Aufbruch angesagt, soll der Abend im Tal verbracht werden. Angenehmerweise fährt von Fiescheralp eine letzte Bahn um 21:45 hinunter nach Fiesch (Stand Sommer 2004), was die Tourteilnehmer trotzdem nicht zum Schlendern verleiten sollte.

Im Schein der Stirnlampe geht es in Aufstiegsrichtung links an der oberhalb des Biwaks im Gletscher gelegenen Felsinsel aufwärts. Der Anstieg ist durchaus steil und vor dem Aletschjoch (3614 m) ist man dankbar für ein zunächst flacheres Stück. Die Mühen für die letzte Steigung zum Joch werden dann (hoffentlich) mit einer phantastischen Aussicht auf ein Meer von Gletschern und Gipfeln belohnt, von denen die bekanntesten nicht weniger berühmte Namen tragen als Jungfrau, Mönch, Eiger und Finsteraarhorn.


Hochgenuss in puncto Aussicht bietet das Aletschjoch nicht nur in Richtung Dreieckhorn

Das Gipfelziel dieser Tour präsentiert sich nun als Höhepunkt einer eleganten Linie über den Nordostgrat, der zunächst recht schmal ist, dann aber über eine weite und glatte Fläche immer steiler werdend auf den Vorgipfel, die Nordostgrat-Kuppe (4087 m) leitet. Von unten befürchtet man dahinter einen erheblichen Zwischenabstieg. Der Weiterweg zum Hauptgipfel gestaltet sich jedoch als angenehmes, quasi horizontales Gehen.


Gipfelaufbau mit Wegspuren auf dem Nordwestgrat

Am Gipfelaufbau selber, der über seinen Nordwestgrat erstiegen wird, bietet sich im Mittelteil die Gelegenheit, die Hände zu nutzen, um leichte Felsen zu überwinden (Schwierigkeitsgrad II). Der geräumige Gipfel bietet dann letztendlich uneingeschränkte Genussmöglichket für die Aussicht, Fernsicht und den Tiefblick.


Höher als der Gipfel (im Hintergrund links des Kreuzes Weisshorn und Matterhorn)

Beitrag von: Daniel Roth
27.08.2004
Beitrag (bebildert) hinzufügen
Bilder
Westnordwestgrat des Aletschhorns von P. 4071 aus (Westnordwestgrat-Kuppe)

Beitrag von: Daniel Roth
05.08.2004

Westnordwestgrat-Kuppe des Aletschhorns (im Hintergrund Bietschhorn und Mont Blanc)

Beitrag von: Daniel Roth
05.08.2004
Einzelbild hinzufügen
                                                                            

© 2003-2017 Thomas Schabacher, Daniel Roth - Alle Rechte vorbehalten.     Impressum