Viertausender der Alpen

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  Pic Eccles (4041 m)  
  Montblanc-Gruppe  
GPS-Koordinate 6.87423° ö.L. /45.821207° n.B. (WGS84)  
Führer Mont-Blanc-Gruppe  
Hartmut Eberlein

Mont Blanc Massif (Vol.I)  
Lindsay Griffin
 
Karte(n) IGN 3531 ET
St. Gervais
Institut Géographique National, 1:25000
Beiträge Versuch Aiguille Blanche (24.8.2014)
Besteigungsbericht

Da der Sommer nur sehr kurze Schönwetterphasen bereit hielt, wir aber dennoch einen Versuch an der Blanche wagen wollten, trafen wir uns Ende August im Val Veny. Uns war klar, dass unsere faktisch nicht vorhandene Höhenanpassung die Sache nicht leichter machen würde, aber aufgrund des Wetters mussten wir dieses Risiko eingehen.
So stiegen wir den schönen Klettersteig zur Monzino-Hütte.



Die Hütte ist sehr gut geführt, sauber, das Essen reichhaltig und die Betten sehr gemütlich. So fällt es schwer in der Nacht die Hütte zu verlassen. Gegen 3:00 ging es dann aber doch in die Nacht hinaus und über Moränengelände zu Broulliardgletscher. An dessen rechten Ufer zieht sich in der Tat ein gut begehbares, fast spaltenfreies Fornband hinauf. In der Dunkelheit bemerkt man das kaum, denn man steigt automatisch darauf hoch. Nach einem kleinen Felsriegel kommt man schnell zur scharte zwischen Punta Innominata und Pic Eccles. Von hier aus hat man auch einen herrlichen Blick auf die Aiguille Blanche.



Weiter geht es zunächst über einen Firnhang, später durch kombiniertes Gelände zu den beiden Eccles Biwak. Das obere ist das Neuere. Wir campierten im Unteren.


altes Eccles Biwak

Der Tag war noch jung und so beschlossen wir weiter Richtung Aiguille Blanche zu steigen, zumindest aber bis zum Col Eccles. Dazu steigen wir zum oberen, neuen Biwak auf und seilten dahinter zum Firnbecken des Brouillardgletschers ab. Von hier steigt man ca. 50° steil zum Col Eccles auf.


Aufsteig zum Col Eccles

Da die Felsen noch mit reichlich Neuschnee bedeckt waren und wir so sehr unsicher ob unserer Erfolgschancen an der Blanche waren, beschlossen wir auf den Pic Eccles zu klettern, im Biwak zu übernachten und am nächsten Tag, anstatt der Blanche, vom Col Eccles zum Mont Blanc via Innominatagrat.
Der Abstieg vom Col Eccles Richtung Col de Peuterey müsste ca. 55° steil sein. Es hängen im oberen Teil Schlingen.

Wir steigen also direkt vom Col Eccles über eine schwierige Platte auf den Grat zum Pic Eccles. Diese ca. 3m lange Stelle ist auch das einzige schwierige Hindernis auf diesen zwar schönen, aber eben ganz schön unbedeutenden 4000er. Wir überschritten den Gipfel in schöner kombinierter Kletterei und seilten von einem kleinen Sattel in Richtung Brouillardgletscher ab. Auch hier fanden sich Schlingen. Der Rückweg zum Biwak folgt dann der Aufsteigsspur.


Grat zum Pic Eccles



Am Gipfel des Pic Eccles 4041m

Aufgrund der Höhe plagten mich am nächsten Morgen Kopfschmerzen, Übelkeit und später Gleichgewichtsstörungen. Nach Verlassen des Biwaks ging es erstmal gut, vielleicht durch die frische Luft, und wir stiegen wieder zum Col Eccles um dann den Innominatagrat anzugehen. Die Kletterei ist schön, aber eben anspruchsvoll. Nach der Schlüsselstelle, einem rissdurchzogenen ca. 6m hohen Wändchen wurden dann jedoch meine Symptome zu heftig und ich konnte meinen Begleiter zähneknirschend zum Abseilen bewegen. Auch aufgrund der schon fortgeschrittenen Zeit (wir kamen am Grat recht langsam voran) war das wohl die klügere Variante.
Im Abstieg wurden Kpfschmerzen schnell besser, aber die Gleichgewichtsstörungen dafür immer heftiger. Das hilft auch später im Klettersteig nicht unbedingt weiter.

Mit dem Wissen, dieses Risiko bewusst eingegangen zu haben, aus Fehlern gelernt zu haben und das nächste mal besser vorbereitet wieder aufzusteigen, war es alles in Allem eine sehr schöne Tour mit einem unerwarteten, seltenen aber sehr schönen Gipfelziel.

Beitrag von: Stefan Findeisen
16.12.2014
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