Viertausender der Alpen

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  Punta Giordani (4046 m)  
  Walliser Alpen  
Photo © 4000er.de
GPS-Koordinate 7.86811° ö.L. /45.9058° n.B. (WGS84) mehr Infos
Normalweg(e) Südwestflanke  
Schwierigkeit L
Ausgangspunkt Capanna Gnifetti (3611 m)
Talort Alagna Valsesia (1190 m)
Führer Hochtouren im Wallis  
Hermann Biner

Walliser Alpen  
Michael Waeber

Guide du Valais  
Hermann Biner

Valais Alps East  
Lindsay Griffin
 
Karte(n) SLK 5006
Zusammensetzung Matterhorn-Mischabel
Landeskarte der Schweiz, 1:50000
Beiträge Punta Giordani von Punta Indren (2006-07-26)
Besteigungsbericht

Wir hatten diese Tour gewählt, um nach der Akklimatisierung auf 3000ern zur Besteigung der 4000er des Monte Rosa Massivs überzugehen. Karte und Gebietsführer versprachen einen einfachen 800m Anstieg von der Seilbahnstation Punta Indren (3260m) zum Gipfel (4046m).

Die Punta Giordani ist mehr ein Felshügelchen im Süd-Ost Grat der Vincent Pyramide. Auf Fotos von Punta Indren aus ist der Gipfel kaum zu sehen und wenig eigenständig.


Punta Giordani vom Punta Indren/Ghiacciaio di Indren aus gesehen

So starteten wir morgens im Talort Alagna Valsesia mit einer der ersten Seilbahnen zur Punta Indren. In drei Etappen erspart uns der Lift 2000 Höhenmeter und langes Wandern durch die Skipisten des "Freeride Paradise". Die moderne Kabinenbahn im Talort verdient noch ihren Namen, doch dann die erste Überraschung des Tages: Den zweiten Abschnitt legen wir im offenen Sessellift zurück, das letzte Stück nach Punta Indren in einer klapprigen Seilbahn: Eine Reepschnur hält die Türen zu, die Station hat den Charm eines Bunkers aus dem Krieg. Auf der Bergstation marschieren wir durch ein Labyrinth von Gängen. Der Geruch von Öl erinnert an einen Autofriedhof.




Sessellift und Bergstation zur zur Punta Indren

Vom Vorplatz der Station aus suchen wir den Weg durch Geröll und kleine Schneefelder zum Indren-Gletscher. Der Einstieg auf den Ostteil des aperen Gletscher ist schnell gefunden. Unter den rostigen Trümmern eines Skilifts gewinnen wir Höhe. Matschiger Schnee bedeckt ab jetzt den Gletscher, inzwischen sind wir auf 3500m, es ist 10 Uhr. Wir seilen uns an und stapfen auf dem östlichen Teil des Gletschers ohne Spur nach oben. Von der Bors-Rippe halten wir dabei Abstand, Steine und Felsen im Schnee können nur von da kommen.

Der Schnee wird tiefer und weicher, jeder Schritt durchbricht der Firn und wir sinken ein. Auf halbem Weg zur Punte Giordani durchbricht ein Geröllkegel den Gletscher, die Melange aus Fels und Eis ist schnell überquert, die Passage kostet aber mehr Kraft als von dieser Tour erwartet. Kurz nach dem Geröll queren wir den Gletscher in westliche Richtung und erreichen eine steile Zone mit verschachtelten Spalten, einige Stufen im Eis überqueren wir mit Hilfe des Pickels auf Frontalzacken. Vom Gipfel trennen uns noch 150 Höhenmeter.

Aufziehende Wolken beunruhigen uns, aber auf dieser Höhe gibt es nur den Weg nach oben. Die Madonna auf dem Felsgipfel erreichen wir zeitgleich mit dem ersten Donner aus der dunkelgrauen Wolkenmasse über uns.

Wir steigen sofort auf den westlichen Teil des Gletschers ab, leichter Schneeregen begleitet uns nun. Schnell ist die 200 Meter hohe Felsrippe erreicht, die den Ghiacciaio di Indren vom Ghiacciaio di Garstelet trennt. Unser Weg zur sicheren Hütte geht durch diese Schuttwand. Wegspuren im kippligen und losen Gestein sind nur ein schwacher Trost. Das Gewitter zieht über uns zusammen, unsere Eispickel summen wie Trafohäuschen. Schnell queren wir das Band und steigen ab. Wir sind gut unter dem Grat und entscheiden uns für ein schnelles "Weiter". Endlich kommen Mantova und Gnifetti Hütte in Sichtweite. Auf dem Gletscher sehen wir andere Seilschaften die zu einer der beiden Hütten flüchten.

Auf dem Gletscher angekommen lässt das Gewitter nach, wir wählen den Weg zur Mantova Hütte. Die letzten Meter über Blankeis sind schnell zurückgelegt.

Auf der Hütte erwartet uns wildes Gewusel im Vorraum, der die Massen von Gewitterflüchtigen kaum aufnehmen kann. Nach dieser letzten Hürde erwartet uns im Gastraum der freundliche Wirt und der beste Mokka, den wir je auf einer Hütte getrunken haben. Ob es der Kaffee selber ist oder unser überstandenes Gewitterabenteuer werden wir nie erfahren.


Kaffee und Tee auf der Mantova Hütte

Beitrag von: Oliver Biermann
06.08.2006
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Bilder
September 3, 2005: Pietruccio Soraperra on the summit.

Beitrag von: Fulvio Zuanni
17.09.2006
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